Pädagogischer Ansatz

1. Ziele

In unserer Villa sollen die Kinder ausreichend Freiraum zum Spielen, Forschen und Entdecken bekommen. Die Villa bietet uns hervorragende Möglichkeiten die Kriterien eines Kneippkindergarten im Interesse aller Kinder umzusetzen.
Die Kinder können für ihre Entwicklung förderliche Erfahrungen sammeln und soziale Kontakte unter Gleichaltrigen sowie älteren und jüngeren Kindern knüpfen.
Im Zentrum unserer pädagogischen Arbeit steht das Wohl des Kindes die ganzheitliche Entwicklung. Bei uns erforschen die Kinder mit all ihren Sinnen ihre Umwelt.

2. Partizipation
Partizipation ist ein Prinzip des Pädagogischen Handelns. Dabei geht es um die Beteiligung, Teilhabe und Mitbestimmung der Kinder, die den Kindern nach den Kinderrechten der UN- Konvention rechtlich zustehen. Die Partizipation geht aus der Reformpädagogik des letzten Jahrhunderts hervor und soll den Kindern ermöglichen Mitgestalter ihrer eigenen Entwicklung und Umwelt zu sein. Uns ist es wichtig, dass die Kinder ihr eigenes Interesse im Alltag mit einbringen und individuelle Ideen äußern. Für ein harmonisches Miteinander ist es trotzdem wichtig, dass die Kinder die Regeln und Grenzen einhalten.

3. Situationsorientierter Ansatz
Der Situationsorientierte Ansatz bedeutet, dass das pädagogische Handeln der Fachkraft an den Interessen und Lebenssituationen der Kinder orientiert ist. Dabei können die Impulse sowohl von den Kindern als auch von den Erziehern eingebracht werden. Ebenso können aktuelle Ereignisse wie neu entdeckte Tiere oder Erzählungen von den Kindern als auch Impulse aus Spielsituationen aufgegriffen werden. Beim Situationsorientierten Ansatz geht es darum den Kindern das teilnehmen am realen Leben zu ermöglichen um sich Wissen und Können anzueignen. Der Situationsorientierte Ansatz beinhaltet für die Kinder, die Auseinandersetzung mit sich selbst, mit anderen und mit ihrer Umwelt.
Für die Umsetzung und das Arbeiten nach diesem Ansatz ist es wichtig die Kindergruppe zu beobachten, alltägliche Vorgänge zu reflektieren und individuelle Kenntnisse über jedes einzelne Kind zu haben.

Wenn wir beispielsweise beobachten, dass die Kinder Interesse an den neu entdeckten Insekten in unseren Garten zeigen, greifen wir diese Situation auf und machen Insekten zu einem Thema, indem wir Bücher betrachten, Bienen basteln, Lieder singen oder Spiele spielen.

4. Bildungsvereinbarung NRW
Zwischen der Landesregierung und den Trägern der Kindertageseinrichtungen wurde eine Vereinbarung zu den Grundsätzen über die Bildungsarbeit der Tageseinrichtungen für Kinder „Bildungsvereinbarung NRW“ geschlossen. Die Vereinbarung, die am 01.08.2003 in Kraft getreten ist verfolgt das Ziel, vor allem die Bildungsprozesse für Kinder ab der Geburt zu stärken und zu entwickeln.

5. Die 10 Bildungsbereiche

5.1. Bewegung
Kinder begreifen ihre Umwelt noch mehr über Bewegung als über bewusstes Denken. Durch die natürliche Bewegungsfreude entdecken Kinder ihren Körper und seine Fähigkeiten. Bewegung fördert die körperliche aber auch kognitive Entwicklung. Durch das erforschen der Umwelt bilden Kinder ihre Grob-und Feinmotorik aus. Durch Kriechen und Klettern erfahren Kinder eine räumliche Orientierung, die z.B. für das spätere durchführen von Rechenaufgaben notwendig ist. Durch Bewegung lernen Kinder ihr Körpergefühl und -bewusstsein weiter zu entwickeln und ihre Fähigkeiten realistisch einzuschätzen. Durch Bewegung bekommen Kinder Kraft, Ausdauer, Geschicklichkeit und Beweglichkeit. Kinder suchen eigenständig nach Bewegungsmöglichkeiten, dabei unterstützen wir sie täglich. Bewegung ist für sie Erforschen und Begreifen der Welt. Im gemeinsamen Sport lernen die Kinder mit Regeln umzugehen und entwickeln Teamgeist und Fairness. Der hohe Stellenwert der Partizipation ermöglicht den Kindern ein abwechslungsreiches Programm.  Unser Ziel ist es jedes Kind individuell seinen Fähigkeiten entsprechend zu fördern und zu unterstützen. Uns ist es wichtig, dass jedes Kind unabhängig von seinen motorischen Fähigkeiten, Erfolgserlebnisse hat.

 wir bieten ein ausgeglichenes Verhältnis von An- und Entspannung wie Joga, Entspannungsreisen, Igelballmassage oder z.B. lesen an
 die Gruppen laden durch unterschiedliche Materialien zur kreativen Bewegung ein
 unsere Gruppenräume laden zu ausgedehnten Bewegungs- und Rollenspielen ein
 wöchentliche Turnstunden fördern den Teamgeist
 auf dem Außengelände können sich die Kinder weiträumig bewegen
 Vielseitige Klettermöglichkeiten
 Rutschen auf dem Außengelände
 unterschiedliche Spielgeräte und Materialien fordern komplexe Bewegungen heraus
 verschiedene Fortbewegungsmittel laden zum Ausprobieren und Fahren auf der Rollerstrecke ein
 vielseitige Möglichkeiten zum Laufen, Rennen und Springen
 wir geben Kindern die Möglichkeit ihre Fein- und Grobmotorischen Fähigkeiten in ihrem eigenen Tempo auszubilden
 durch Ausflüge, z.B. in den Wald oder dem nahe gelegenen Park lernen die Kinder andere Bewegungsanreize kennen
 sie lernen den Umgang mit Verkehrsmitteln und das Verhalten im Straßenverkehr

5.2. Körper, Gesundheit und Ernährung

Körperliches und seelisches Wohlbefinden ist eine grundlegende Voraussetzung für die Entwicklung. Kleinkinder begreifen die Welt über Saugen, Tasten und Fühlen. Durch Körperkontakt entwickeln sich Beziehungen zu anderen Menschen. Wir bieten den Kindern eine anregungsreiche Umgebung um ihre Sinne auszubilden. Durch alltägliche Handlungsweisen helfen wir den Kindern, Selbstsicherheit zu erlangen und Verantwortung für den eigenen Körper zu übernehmen. Unsere pädagogische Aufgabe ist es die körperliche und geistige Entwicklung durch gesunde Ernährung und Lebensweisen zu unterstützen. Wir führen die Kinder zu einem gesunden Trink- und Essverhalten. Kinder sind grundsätzlich aufgeschlossen und neugierig in Bezug auf Nahrungsmittel. Bei uns dürfen sie gucken, fühlen, riechen und schmecken. Das Zubereiten von Speisen fördert die Wahrnehmung und bildet die Sinne weiter aus.

 gemeinsame Mahlzeiten sind ein wichtiger Bestandteil des sozialen Lebens
 wir lehren den richtigen Umgang mit Besteck
 das Sozialverhalten wird z.B. durch das weiter geben der Wasserkaraffe gestärkt
 wir achten auf eine angenehme Atmosphäre beim essen
 Tischmanieren werden geübt
 Kinder lieben es beim Kochen, Tischdecken oder anderen hauswirtschaftlichen Tätigkeiten zu helfen
 durch das Ausführen von kleinen Aufgaben stärken die Kinder ihr Selbstbewusstsein.
 frisch zubereitete Tees bringen Abwechslung
 wir verwenden selbst geerntetes Obst, Gemüse und Kräuter
 die Kinder kaufen in Begleitung regionale Lebensmittel auf dem Wochenmarkt
 internationales themenbezogenes Kochen von Speisen
 die Kinder dürfen mit unterschiedlichen Materialien kneten und matschen

5.3. Sprache und Kommunikation

Sprache ist das zentrale Mittel, Beziehung zu ihrer Umwelt aufzunehmen. Kinder nutzen Sprache, um sich in ihr verständlich zu machen. Unser pädagogischer Auftrag ist es, die Kinder in ihrer Sprachentwicklung zu fördern und zu unterstützen. Kinder lernen Sprache durch sprachliche Vorbilder und im Kontakt zu ihnen zugewandten, vertrauten Menschen.
Uns ist es wichtig, dass das Kind Freude an Sprache und dem Sprechen entwickelt. Jedes Kind wird mit seiner sprachlichen Individualität wahrgenommen, seinen entwicklungsbedingten Möglichkeiten, Stärken, Schwierigkeiten und Bedürfnissen.
Sprache und Kommunikationsfähigkeit sind grundlegende Voraussetzungen für die emotionale und kognitive Entwicklung von Kindern.
Im Alltag, besonders aber auch im Sitzkreis, lernen sie das aktive Zuhören und nonverbale Ausdrucksformen wie Mimik, Gestik und Körpersprache. Hier werden diese entwickelt und weiter trainiert. Durch aktive und passive Gespräche wird der Wortschatz der Kinder kontinuierlich erweitert.
Durch die Sprachentwicklung werden die eigene Identität und das Bewusstsein ausgebildet.
Sprachliche Bildung ist grundsätzlich in unserem Alltag integriert und vielfältige Sprachanlässe werden von uns aufgegriffen. Der Prozess der Bildung von sprachlicher Kompetenz wird von uns unterstützt, indem wir die intuitive Motivation des Kindes sich mitteilen zu wollen und verstanden zu werden, nutzen und wertschätzen.

 im Sitzkreis haben die Kinder ausreichend Zeit, sich über Erlebtes auszutauschen.
 Wochenenderlebnisse,
 besondere Ereignisse in der Familie,
 Interessen und Hobbies der Kinder
 Spielzeugtag
 im Sitzkreis vermitteln wir den Kindern Wissen über jahreszeitenbezogene Themen und Anlässe
 wir führen ausführliche Gespräche über Projektthemen und Ausflüge.
 im Morgenkreis besprechen wir unsere kneippschen Angebote und führen diese durch.
 Bilderbücher lesen und anschauen
 Ausflüge in die Bücherei
 wir verbalisieren Alltagssituationen (z.B. „ah, du hüpfst wie ein Frosch“)
 wir bieten Gedichte, Reime, Lieder, Rätsel, Fingerspiele an
 wir benutzen Bewegungsspiele um die Bedeutung von Begriffen am eigenen Leib zu erfahren (oben, unten, schnell, langsam…)
 erste Erfahrungen mit Fremdsprachen (Englisch)

5.4. Soziale und (inter-) kulturelle Bildung

In unserer Villa kommen viele verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Lebensweisen und Persönlichkeiten zusammen. Auch außerhalb ihres familiären Umfeldes knüpfen die Kinder soziale Kontakte und kommen mit anderen Kulturen, Lebensstilen und Wertvorstellungen in Kontakt.
Um ein positives Weltbild entwickeln zu können, sollten Kinder ihren Interessen, Ängsten und Fähigkeiten entsprechend gefördert werden.
Die Kinder entwickeln auf diesem Weg eine eigene Identität und lernen sich in eine Gemeinschaft zu integrieren.

 wir bieten den Kindern eine herzliche und geborgene Atmosphäre, damit sie sich in unserer Einrichtung frei entfalten können.
 wir nehmen die Kinder in ihren Interessen, Empfindungen, Abneigungen und Ängsten ernst und wertschätzen jedes Kind mit seiner individuellen        Persönlichkeit. Dadurch unterstützen wir sie dabei ihr Selbstwertgefühl und ihr Selbstvertrauen zu stärken und eine eigene Identität aufzubauen.
 im Freispiel erhalten die Kinder Raum und Zeit um soziale Kontakte anzubahnen und Freundschaften zu schließen. Die Kinder lernen dabei mit ihren eigenen und den Gefühlen anderer umzugehen. Sie nehmen die Menschen in ihrem Umfeld neugierig und offen als unterschiedliche Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Lebensformen, Bedürfnissen, Kulturen und Sprachen wahr.
 mit Hilfe von Angeboten und Projekten, zum Beispiel, zum Thema „Einmal um die Welt“, erhalten die Kinder noch einmal einen gezielteren Blick auf die unterschiedlichen Lebensweisen, Bräuche und Sitten der verschiedensten Kulturen.
 durch das gemeinsame Erarbeiten und Einhalten von Regeln, die den Kindern den Tagesablauf und den Umgang miteinander erleichtern, lernen die Kinder Verantwortung für sich und ihre Taten und für andere zu übernehmen und werden auf das Leben in der Gesellschaft vorbereitet.

5.5. Musisch- ästhetische Bildung

Musik ist eine Quelle von Freude und Entspannung.
Von Geburt an sind Kinder an Musik interessiert. Klängen, Geräuschen, Tönen, denen sie lauschen, die sie aber auch selbst erzeugen können, fasziniert sie. Musik spricht die Sinne in vielerlei Weise an, im Kopf entstehen Bilder und kreative Einfälle.
Musik ermöglicht den Kindern, Empfindungen wahrzunehmen, die sie noch nicht in Worte fassen können und sie bietet vielerlei Ausdrucksmöglichkeiten. Damit kann Musik zur inneren Ausgeglichenheit beitragen.
Gemeinsames Singen und Musizieren macht viel Freude und fördert auf vielerlei Art und Weise, unter anderem auch die kindliche Intelligenz. Aktives Musizieren lässt beide Gehirnhälften gemeinsam in Aktion treten. Dadurch entsteht im Kopf des Kindes ein großes neuronales Netzwerk.
Musik ermöglicht, sich selber auszudrücken, fordert aber auch empfindsames Hinhören, sich einzufühlen und einzuordnen.
Musik, Rhythmik und Sprache gehören untrennbar zusammen. Musik ist eine sinnliche Sprache des Menschen und ein wesentlicher Bereich ästhetischer Bildung. Wir fördern die musisch-ästhetische Bildung durch:

 im Morgenkreis, im Sitzkreis zu Mittag (Begrüßungslieder, Singspiele, Tanzspiele)
 Themenbezogene Lieder: zum Jahreskreis (Herbstlieder, Weihnachten, Frühlingslieder,…) zu Bildungsthemen (Tiere, Natur, …)
 eine große Auswahl an Musikinstrumenten ist im Kindergarten vorhanden.
 Spiel mit Orff- Instrumenten, Trommeln, Erforschen der Klangmöglichkeiten, gemeinsames Spiel, Rhythmische Übungen.
 Rhythmische Klatschübungen im Sitzkreis,
 Kennenlernen verschiedener Musikstile (z.B. Musik des Mittelalters, Tanzmusik, Walzermusik)
 Kennenlernen der Musik/ Klänge verschiedener Kulturen, (Afrikanische Trommelmusik, südamerikanische Sambamusik,…)
 Tänze zu Musiken verschiedenster Epochen und Erdteilen.
 Tanz- und Singspiele
 regelmäßiges Singen im benachbarten Seniorenheim
 die Lieder werden oft auch mit Gitarre oder Klavier von Erziehern begleitet.
 gemeinsames Adventsingen mit Klavierbegleitung
 Lieder zu speziellen Festen und Feiern, wie Geburtstag, St. Martin, Sommerfeste
 Hörübungen: wir lauschen Naturgeräuschen, Wind, Windspielen
 Kimmspiele (mit geschlossenen Augen hören: welche Geräusche, welche Instrumente?)

5.5.1. Gestalten

Kinder entwickeln sich durch aktive und kreative Auseinandersetzung mit der Umwelt.
Sie lieben es, Spuren zu hinterlassen, durch malen, zeichnen, formen mit Ton und anderen Materialien.
Durch die Wahrnehmung und das Experimentieren mit verschiedenen Materialien wird ihre Kreativität gefördert und ihre Fertigkeiten verfeinert. Durch die Erfahrung ihrer Selbstwirksamkeit wird das Selbstbewusstsein gestärkt. Sinnliche Wahrnehmungen fördern die Phantasie, ermöglichen den Ausdruck ihrer Gefühle.
Durch das freie Gestalten eignen sich die Kinder ein Stück Welt an, innere Bilder münden in ein äußeres Ergebnis, in eine selbstgeschaffene Wirklichkeit. Mit diesem lustbetonten Tun geht eine psychohygienische Wirkung einher, Erlebtes kann reflektiert, mitgeteilt und verarbeitet werden.

 ein eigener Kreativraum mit verschiedenen Materialien (verschiedene Papiersorten, Schachteln, Stoffe, Wolle, Watte, etc..) und Werkzeugen (Pinsel, Wachsmalkreiden, Stifte, Wasserfarben, Fingerfarben, Scheren, Prickelnadeln) ist vorhanden.
 die Materialien sind frei zugänglich in Regalen eingeordnet, was einen hohen Aufforderungscharakter mit sich bringt.
 zwei große Malwände befinden an der Wand, um mit Wasserfarben auf Papier zu malen.
 selbständiges, kreatives, freies Experimentieren mit dem Material ist täglich möglich.
 geführte Bastelangebote in denen ein bestimmtes Endergebnis angestrebt wird, (z.B. gefalteter Weihnachtsstern), so dass dadurch Umgang mit Materialien und Techniken eingeübt werden.
 Fimo und Knete, kreatives Werken – damit werden die taktilen Fähigkeiten und das dreidimensionale Verständnis gefördert.
 die hergestellten Werke werden für alle ersichtlich ausgestellt.
 zu den verschiedenen jahreszeitlichen Themen werden die Wände mit von den Kindern hergestelltem gestaltet, Fenster und Glastüren mit Fingerfarben verziert.
 im Tagesverlauf gibt es ausreichend Zeit zum kreativen, selbstbestimmten Werken und Basteln, zum Entwickeln eigener kreativer Idee
 Formen mit Ton, einem sehr beliebten Naturmaterial
 basteln mit Naturmaterialien

5.6. Religion und Ethik

Kinder haben ein Recht auf Religion und sie zeigen ein großes Interesse an religiösen Festen, Geschichten, Erzählungen, Liedern und Ritualen.
Kinder haben ein Recht auf Religion. In ihrem Alltag begegnen Kindern viele religiöse Symbole und Bräuche. Dazu gehören Gebäude, Lieder und Feste im Jahreskreis.
Kinder interessieren sich für das Wunder des Lebens, das Werden und Entstehen. Sie staunen über das, was sie wahrnehmen und sind fasziniert von dem, was sie nicht sehen können. Sie wollen den Rätseln, die sich ihnen auftun auf dem Grund gehen und suchen Anhaltspunkte für ein gerechtes, gutes und sinnvolles Leben.
Die pädagogische Arbeit im Kindergarten bezieht grundsätzlich die Lebensbezüge, Erfahrungen, Interessen und Fragen der Kinder mit ein.
Ein wichtiges Ziel ist das Vermitteln der Ehrfurcht vor dem Leben, Aufzeigen von verantwortlichem Handeln und friedlichem Zusammenleben sowie Solidarität mit dem Schwächeren.
Ein wesentlicher Bestandteil religiöser Bildung ist ein Vermitteln von Geborgenheit und Halt, religiöse Riten geben Orientierung und Sicherheit.
Kinder sind fasziniert von allem Lebendigen und zugleich von der Frage nach Sterben und Tod. Sie fragen nachhaltig danach, wer sie sind und woher sie kommen.
Religiöse und ethische Bildung soll dazu beitragen, dass sie sich in der Welt besser zurechtfinden, sich eingebunden fühlen in ein großes Ganzes. Das gibt ihnen Geborgenheit und Sicherheit.

 Rituale und gleichbleibende Tagesabläufe, die Sicherheit und Geborgenheit vermitteln, als Abbild der Schöpfung und ihre Rhythmen.
 Religiöse Feste wie St. Martin (Martinsumzug, Erfahren und darstellerisches Spiel der Martinslegende), Nikolaus, Weihnachten, Ostern.
 Lieder und Gedichte zur Adventszeit
 kreatives Gestalten zu den Festen des Jahreskreises von Advent bis Ostern.
 Schöpfung erleben durch das Säen und Pflegen von Pflanzen.
 innere Stärke gewinnen durch das Erzählen, Vorlesen und Besprechen von religiösen und spirituellen Inhalten.
 Sensibilität für religiöse Wahrnehmungen entwickeln, wie z.B. das Staunen über die Natur, (Waldausflüge) über geheimnisvolle Ereignisse (Geburt eines Kindes, von Tierbabys)
 sich selbst und andere als Geschöpfe Gottes zu begreifen und an Wertschätzung und Respekt heranführen.
 Phantasie und Traumreisen mit Duftlampen (in der kneippschen Lehre verankert, Thema „Lebensordnung), vermitteln Entspannung und Geborgenheit.

5.7. Mathematische Bildung

Unsere Welt steckt voller Mathematik. Kinder lieben es zu zählen, benutzen gerne Abzählreime und sind fasziniert von großen Zahlen.
Alltags- und Spielmaterial, die Einrichtung, alles kann zur mathematischen Förderung herangezogen werden.
Mathematische Lernvorgänge stehen in engem Verhältnis zu anderen Bereichen wie Sport, Naturwissenschaften, Musik.
Es geht darum, das logische Denken zu fördern und Zusammenhänge zu erkennen.

 zählen der Kinder im Morgenkreis (die Kinder tun es)
 Zahlen in der Umwelt werden aufgegriffen (Alter, Zahlen auf der Uhr, Datum, Anzahl der Geschwister)
 Reime und Spiele, die das Zählen beinhalten
 Mengen erfassen, z.B. auf dem Bauteppich
 Brettspiele, Würfelspiele
 mathematische Aspekte in Spielsituationen aufgreifen, wie etwas abzählen, aufteilen, würfeln,…
 messen, wiegen, vergleichen, beim Kochen und Backen, bei Experimenten
 Wochenplan an der Wand mit verschiedenfarbigen Tafeln, für jeden Tag und Datum.
 Treppenstufen zählen
 vergleichen von Farben, Formen, Größen und Gewichten

5.8. Naturwissenschaftlich-technische Bildung

Die Naturwissenschaften bieten eine Fülle von Möglichkeiten für die Selbstbildung und das forschende Lernen des Kindes. Jedes Kind hat eine intrinsische Motivation seine Umgebung zu erforschen und Dinge zu hinterfragen. Kinder brauchen Gelegenheit zum Forschen, Ausprobieren, Staunen, Bezweifeln und Verarbeiten. Um den Kindern diese Gelegenheiten ermöglichen zu können, muss Raum und Zeit geschaffen werden.
Die kindliche Wahrnehmung, Neugierde, Auseinandersetzung und selbständige Suche nach Erklärungen wird auf diesem Weg gefördert.

 jedes Mal, wenn wir im Garten oder auf dem Spielplatz spielen, durch den Park spazieren oder einen Ausflug in den Wald machen, laden die unterschiedlichsten Naturmaterialien die Kinder zum forschen, ausprobieren und gestalten ein.
 wie fühlt es sich an, Barfuß durchs Wasser zu laufen? Was brauche ich um Matsche herzustellen?
 Wasser in Kombination mit anderen Naturmaterialien, wie zum Beispiel Sand und Erde sind ein tolles Experimentierfeld für Kinder, mit dem Burgen gebaut, Suppen gekocht und Dämme gebaut und geflutet werden können.
 auch das Beobachten von Tieren und Pflanzen in ihrem natürlichen Lebensraum, oder durch Lupengläser wirft viele Fragen auf, auf die wir gemeinsam eine Antwort suchen.
 das sammeln und pressen von Blättern im Herbst und das anschließende Basteln und Gestalten mit den verschiedensten Naturmaterialien trägt zum Erfassen und Verstehen von Gesamtzusammenhängen bei.
 im Frühling bepflanzen wir gemeinsam den Garten, unsere Hochbeete und die Kräuterspirale mit verschiedenen Kräutern, Gemüsesorten und Pflanzen und pflegen diese liebevoll. Die Kinder erfahren und erleben wie sie wachsen, gedeihen, geerntet und gegessen werden.
 jede Jahreszeit bringt verschiedene Naturschauspiele mit sich, die die Kinder genau beobachten und mit allen Sinnen erfahren können.
 auch Alltagsmaterialien, wie zum Beispiel alte Wecker und Radios bieten den Kindern eine hervorragende Gelegenheit um herum zu tüfteln und den Dingen experimentierend auf den Grund zu gehen.
 mit Hilfe von Angeboten, Projekten und Experimenten vertiefen wir die Beobachtungen der Kinder und versuchen Erklärungen für die Dinge, die uns begegnen zu finden.

5.9. Ökologische Bildung

In der Natur gibt es viel zu entdecken und zu erforschen. Die Natur trägt zur Förderung der kindlichen Entwicklung bei und macht die Kinder stark, selbstbewusst und selbstständig.
Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, die Natur in den Kindergarten zu bringen.
Wir bieten den Kindern eine gesunde Entfaltung in ihrer natürlichen Umgebung an. Das Bewusstsein und die Achtung vor der Natur werden gestärkt. Kinder bringen im Umgang mit der Natur eine natürliche Begeisterungsfähigkeit mit. Diese greifen wir mit Hilfe von unserem Kneippkonzept gezielt auf und nutzen sie um unsere Umwelt zu erforschen, zu pflegen und genauer kennen zu lernen.

 Kinder erleben das Keimen, Wachsen, Blühen und ernten von Blumen, Obst und Gemüse und gesunden Kräutern
 Obstbäume spenden uns Schatten und leckere Zwischenmahlzeiten
 durch unsere Kräuterspirale lernen die Kinder verschieden Kräuter und ihre Verwendungsmöglichkeiten kennen
 tägliche Zubereitung frischer Kräutertees, Frucht- und Kräuterwasser
 durch das Pflegen und gießen der Pflanzen lernen Kinder Verantwortung für die Umwelt zu übernehmen
 das Insektenhotel lädt zum Beobachten und besseren kennenlernen der Insekten ein
 durch Beobachtungen und der Aufarbeitung der Fragen lernen wir den Lebensraum der Pflanzen und Tiere besser kennen
 wir bieten ein natürliches Außengelände mit viel Platz zum Klettern, rennen, toben, erforschen, verstecken und verschiedenen Bereichen zum matschen an
 regelmäßige Wald-Tage laden zum entdecken des Ökosystems ein
 in der Natur werden alle Sinne geschult
 sehen: Pflanzen und Tiere werden genau betrachtet
 hören: wir hören das Laub rascheln, die Vögel piepen und den Wind
 riechen: die Kräuter, das Obst und Gemüse aber auch das Holz, es hat alles einen anderen Geruch
 fühlen: das Matschen mit der Hand macht Spaß, aber auch der Barfußpfad mit den verschiedenen natürlichen Materialien fühlt sich toll an.
 schmecken: bei uns gibt es viel zu ernten und pflücken. All das probieren wir mit Freude

5.10. Medien

Kinder wachsen mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Medien auf und nutzen diese in ihrer Lebenswelt. Die Kenntnisse und Erfahrungen sind dabei von Kind zu Kind unterschiedlich.
Dazu gehören technische Medien wie CD-Player, Computer, Tablet-PC, Smartphone, Fernseher und noch viele mehr. Ebenso gehören Bilderbücher, Bücher und Zeitschriften dazu. Unsere Pädagogische Aufgabe ist es, Medienerlebnisse aufzugreifen und nachzuvollziehen.
Wir bieten den Kindern Interpretationsmöglichkeiten und Hilfestellungen bei der Verarbeitung der medialen Einflüsse. Verständnisprobleme von Filmen oder Hörbüchern lösen wir gemeinschaftlich. Unser Ziel ist es die Kinder beim Verständnis der Mediengestaltung zu unterstützen. Mit einer Kamera halten wir besondere aber auch alltägliche Aktionen fest. Um einer Reizüberflutung vorzubeugen setzen wir neue Medien sparsam und sinnvoll ein. Auf die Verwendung von herkömmlichen Medien, wie Bilderbücher und Zeitungen, legen wir einen großen Wert.

 Gespräche über Medienhelden
 spielerische Umsetzung vom Erlebten
 Rollenspiele zum Verarbeiten
 die Kinder werden zum kreativen Gebrauch von Medien angeregt
 eine Schreibmaschine steht den Kinder zur Verfügung
 ein digitaler Bilderrahmen zeigt die Aktionen der letzten Wochen
 den Kindern steht eine Vielzahl von Büchern zur Verfügung
 neben den täglichen Leseangeboten unterstützt uns eine Lesepatin
 Hörbücher laden zum Entspannen ein
 jedes Kind hat eine Portfoliomappe mit Fotos. Diese sind für die Kinder stets griffbereit
 in Kleingruppen besuchen wir regelmäßig die Bücherei
 in der Leseecke stehen den Kindern Bilderbücher zur Verfügung

6. Bildungsdokumentation

Die Entwicklung der Kinder wird in unserem Kindergarten anhand von Beobachtungen, die im Alltag entstehen, sowie Fotos und Videos, und anhand von dem Ravensburger Entwicklungsbogen festgehalten. Ein weiteres, in unserem Kindergarten etabliertes Beobachtungsverfahren ist das Portfolio. Bei dem Portfolio wirken die Kinder aktiv mit und nehmen bewusst Anteil an ihrer eigenen Entwicklung. Dazu wird für jedes Kind ein Ordner angelegt, der die Entwicklung des Kindes über die gesamte Kindergartenzeit hinweg sehr anschaulich dokumentiert. Enthalten sind bspw. Fotos von Entwicklungsschritten aus dem Kindergartenalltag, „Gemälde“, Zeichnungen, die ersten Wörter,… u.v.m.

7. U3 Betreuung

Unsere Mäusegruppe (gelbe Gruppe)
Der Tagesablauf in der U3 Gruppe enthält viele Rituale und hat immer die gleiche Struktur. Das vermittelt den Kindern Orientierung, Sicherheit und Halt. Die Struktur liefert Ihrem Kind eine innere Ordnung und vermeidet Unsicherheit und Überforderung. Mit dem morgendlichen Ankommen im Kindergarten beginnt bereits das erste Ritual, welches den Kindern den Start in den Kindergartentag erleichtert.
In ruhiger und entspannter Atmosphäre werden die Kinder beim täglichen Morgenkreis mit Spielen und Liedern begrüßt.
Die Räumlichkeiten, die speziell für Kinder im Alter von 1 bis 3 Jahren eingerichtet sind, bieten Rückzugsmöglichkeiten, eine angenehme Wickelsituation, viele verschiedene Bewegungsanreize, Spiele und Materialien.
In dem U3 Bereich legen wir besonderen Wert auf die täglichen Bewegungserfahrungen und begleiten die Kinder sprachlich bei ihren Abenteuern.
In der kleinen Gruppeneigenen Küche nehmen die Kinder in gemütlicher Atmosphäre ihr Frühstück zu sich und nehmen dabei Kontakt zu anderen Kindern auf. Gleichzeitig erfahren sie Selbständigkeit, indem sie ihren Platz eigenverantwortlich eindecken und nach dem Frühstück wieder abräumen.
In dem Gruppenraum befinden sich Bewegungsmaterialien nach Emmi Pikler, die viele Bewegungsanreize bieten und zur selbständigen Bewegungsentwicklung beitragen. Eine Kinderküche und ein Puppenbereich laden die Kinder zum Rollenspiel ein. An dem Maltisch können sich die Kinder kreativ ausleben. Der Bücherbereich bietet Platz zum Ausruhen und Kuscheln und fördert die sprachliche Entwicklung der Kinder.
In dem Türmchenzimmer befindet sich ein Baubereich, in dem die Kinder mit verschiedenen Materialien bauen und konstruieren können. Des Weiteren befindet sich eine Hochebene mit einer Rutsche, einer Treppe und einer Höhle im Türmchenzimmer. Hier können die Kinder in Rollenspiele eintauchen, ihre motorischen Fähigkeiten schulen, oder sich in der Höhle zurückziehen und entspannen.
Der Schlafraum ist ein Ort der Ruhe und wird von den Kindern ebenfalls gerne als Rückzugsmöglichkeit genutzt. Hier können die Kinder ruhen, schlafen oder kuscheln. Die Kinder wählen ihre Spielorte und Spielinteressen selbst aus. Dafür stehen ihnen verschiedene Räume und Materialien zur Verfügung. Pädagogische Angebote werden auf die Altersgruppe speziell abgestimmt und durchgeführt. Im Vordergrund steht die Eigeninitiative des Kindes. Die Kinder bekommen Freiraum zum Spielen, Forschen und Entdecken. Sie sollen Erfahrungen sammeln und Kontakte knüpfen. Die Erzieherinnen in unserer Einrichtung sind speziell geschult und besitzen eine Zusatzqualifikation für die Betreuung, Erziehung und Pflege für Kinder unter drei Jahren. Die Eingewöhnung der Kinder unter drei Jahren, wird in unserer Einrichtung nach dem Berliner Eingewöhnungsmodell durchgeführt. Der Vorteil bei diesem Modell ist die Rücksicht auf die Individualität jedes Kindes. Manche Kinder benötigen für die Eingewöhnung eine Woche, andere benötigen sechs Wochen. Durch häufige Gespräche mit den Eltern/ Bezugspersonen kann die Eingewöhnung sicher und gut eingeschätzt und durchgeführt werden. Trennungsversuche werden nur dann durchgeführt, wenn das Kind sich in der Einrichtung sicher fühlt und eine neue Bezugsperson (Erzieherin) akzeptiert.

8. Eingewöhnung

Damit sich alle Kinder bei uns wohl fühlen, gewöhnen wir die U3 Kinder angelehnt an das Berliner Modell ein. Hiermit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht.
Je nach Bedürfnis des Kindes und auch der Eltern, erfolgt eine schrittweise Eingewöhnung.
In der Regel beginnen wir zu Beginn des Kindergartenjahres.
Falls größere Kinder neu aufgenommen werden, erfolgt eine enge Absprache mit den Eltern und eine dem Entwicklungstand entsprechende Eingewöhnung.